Schwarzes Kohlröschen

Nigritella rhellicani



Verbreitung/Lebensraum

Das Schwarze Kohlröschen gedeiht in höheren Lagen ab der subalpinen bis hinauf in die alpine Stufe, wo kein geschlossener Wald mehr vorkommt. Es bevorzugt kalkreiche, humose und lockere Böden. Da es sehr empfindlich auf Düngung reagiert, gedeiht es nur in ungedüngten Magerrasen, Bergwiesen und Weiden. Im Ötztal ist es besonders im Bereich der Seitenhänge im Gaisberg- und Rotmoostal anzutreffen, da dort Kalkgestein bzw. Marmor zum Vorschein kommen. 


Beschreibung/Merkmale

Das Schwarze Kohlröschen (Nigritella rhellicani) gehört zur Pflanzenfamilie der Orchideen (Orchidaceae). Es wird zwischen 5 und 25 cm groß und verfügt über lineale Blätter, sodass die Pflanze grasartig wirkt. Die Blüte ist jedoch im Gegensatz zu den Gräsern sehr attraktiv und dunkelrotbraun gefärbt. Die Blüten stehen in einem kugeligen bis kegelförmigen Blütenstand eng zusammen. Die Blütenblätter bilden eine lanzettliche, ungeteilte Lippe, welche aufwärtsgerichtet ist.


Besonderheiten

Abgesehen von den attraktiven Blüten fällt beim Schwarzen Kohlröschen insbesondere der sehr angenehme Duft auf, der an Vanille erinnert. In den Ötztaler Alpen kommt außerdem noch das sehr viel seltenere Rote Kohlröschen (Nigritella rubra) vor. Vom Erscheinungsbild ist es dem Schwarzen Kohlröschen sehr ähnlich, die Blüten sind aber durch ihren auffälligen, leuchtend roten Farbton leicht zu unterscheiden. Das Schwarze Kohlröschen wurde als „Pflanze des Jahres 2020 des NATURPARK ÖTZTAL“ ausgezeichnet. 

 

Gefährdung/ Schutz

In Nordtirol ist das Schwarze Kohlröschen, wie jede Orchideen-Art, vollständig aufgrund der Tiroler Naturschutzverordnung von 2006, Anlage 2, geschützt. Es gilt aber als nicht gefährdet im Gegensatz zum Roten Kohlröschen, das in den westlichen Alpen Österreichs als regional gefährdet eingestuft ist. 

 

 

Naturpark Ötztal - Pflanze des Jahres 2020
Nigritella rhellicani ©Archiv Naturpark Ötztal - Peter Stöckl